games-xl Fahrtenbuchf├╝hrungDie Handelskammer hat eigentlich keine passende Kategorie für Games-XL. Und obwohl Thijs Eerens nun als Spieleentwickler registriert ist, würde „Erfinder“ vielleicht doch am besten passen. Erfinder von wirklich tollen, kreativen und herausfordernden Spielen, wohlgemerkt.

Wenn du in den letzten 14 Jahren auf dem Lowlands-Festival warst, hast du es zweifellos schon einmal gesehen oder ausprobiert. Flippern mit einem alten 2CV (dem „Entenwagen“), Pac-Man live spielen oder sogar Duck Hunt in Lebensgröße (keine Sorge, es gibt keine echten Enten). All das entsprang dem Kopf von Thijs und wurde inzwischen bereits von Zehntausenden Spielern ausprobiert.

Vom Studium zu Space Invaders

Schon seit der Realschule war Thijs von der Technik begeistert. Von der Elektrotechnik, um genau zu sein. Und als er nach der Fachoberschule ein Praktikum im Studiengang Industrielle Automatisierungstechnik absolvierte, standen ihm alle Werkzeuge zur Verfügung, um Roboter und mehr zu entwickeln. Doch sein Ehrgeiz reichte weiter. Thijs wollte nicht den Rest seines Lebens damit verbringen, Produktionsprozesse zu optimieren. Er wollte vielmehr coole Dinge mit Technik machen. Und so geschah es.

Das Schicksal führte Thijs zu Mediatech in Leiden, dem Ort für Künstler und Techniker. „Ich sehe mich als kreativen Techniker. Hier ging es nicht um komplizierte Berechnungen und Modelle, sondern: Wenn es funktioniert, dann funktioniert es“, so Thijs. Hier in Leiden entstand das erste kreative Spiel: Park to Play. Dieses Spiel ermöglichte es, mit den Türen des alten Citroën 2CV einen Flipperautomaten zu steuern. Und über die Bardame im Squashverein gelangte dieses einzigartige Spiel auf ein Festival. Da begann das Abenteuer von Thijs past echt.

Park to Play

Für das erste Konzept, Park to Play, musste ein günstiges Auto mit vier Türen gefunden werden. Der „Ente“ (Anm. d. Red.: Citroën 2CV) ging als Sieger hervor. Inzwischen wurde das dritte Exemplar angeschafft, obwohl nur noch zwei Modelle fahrbereit sind. Eines aus dem Jahr ’76 und eines aus dem Jahr ’86. Das jüngere der beiden fährt sogar noch selbst zu den Veranstaltungen, während das andere auf einem Anhänger transportiert wird. Und es ist mehr möglich als nur Flipper spielen. Man denke dabei zum Beispiel an Tetris spielen mit den Blinkern.

Und während er früher alles selbst gemacht hat – vom Lackieren bis zum Programmieren und vom Entwerfen bis zum Bauen –, steht ihm heute mehr Hilfe zur Verfügung. Dazu gehören das Programmieren der Spiele oder die Konstruktionsfirma, die auf Basis eines ersten Konzepts die Bauzeichnung und die Metallkonstruktionen übernimmt.

Ein Bummel durch den Werkzeugladen

„Was ich mir ausdenke, gibt es nicht standardmäßig zu kaufen, also muss ich es selbst aus vorhandenen Teilen basteln. Und deshalb möchte ich gerne durch ein Lager stöbern können, weil ich dort Dinge finde, von denen ich vorher nicht wusste, dass ich sie suchte“, fährt Thijs fort. Dieses Bedürfnis stammt wahrscheinlich von seinem ersten Arbeitsplatz. „Ich arbeitete in einem Restaurant/Café, wo ich auch gleich als Handwerker fungierte. Oben gab es einen Dachboden, den ich als Arbeitsplatz nutzen durfte. Dort fand ich zum Beispiel alte Partybeleuchtung, die ich verwenden konnte, oder eine alte Slush-Puppy-Maschine, deren Motor ich wiederverwenden konnte.“

„Ich möchte einfach in einem Lager stöbern können“

„Als ich von Utrecht nach Limburg gezogen bin, war das schon etwas gewöhnungsbedürftig. Für mich und für die Werkzeugfachgeschäfte in der Gegend. Mittlerweile darf ich bei vielen Firmen einfach an der Theke vorbeigehen, um zu stöbern und zu suchen, was ich brauche. Aber nicht überall. Da gehe ich dann eben nicht mehr hin“, erzählt Thijs.

Kilometer abrechnen

„Für meine Arbeit bin ich mit meinem eigenen Transporter ziemlich viele Kilometer gefahren. Die Kilometer habe ich dann bei meiner Firma abgerechnet. Die Erfassung erfolgte mit einem Notizblock.“ Nachdem ich die Kilometer lange Zeit so abgerechnet hatte, kam ein Wendepunkt. „Ich habe dem Finanzamt sehr viel geschenkt. Und mir selbst habe ich viel vorenthalten.“

Seit TrackJack im Transporter installiert ist, ist die Kilometeraufzeichnung ganz einfach und Thijs muss nichts mehr tun. Alle Fahrten des Transporters werden ordentlich erfasst und können mit einem Knopfdruck in Excel, PDF oder eine Datei für das Finanzamt exportiert werden.

„Im Nachhinein hätte ich TrackJack wirklich viel früher nutzen sollen“

„Neben dem Kleinbus habe ich jetzt auch einen Lieferwagen. Dieser legt ausschließlich geschäftliche Kilometer zurück, und das wird ordentlich erfasst. Am Ende des Jahres erstelle ich einen Steuerbericht, und damit ist alles erledigt“, schließt Thijs.

Mittlerweile sind vierzehn verschiedene Spiele verfügbar. Kendie Krush, Space Invaders und Physical Pong sind drei bekannte Beispiele. Alle Spiele machen Spaß, sind intuitiv und erfordern Bewegung. Aber der Erfinder hat noch mehr Pläne. Er arbeitet bereits an Plänen für ein neues Spiel auf dem Lowlands-Festival 2023. Auch Parks und Veranstaltungsagenturen können die Spiele mittlerweile erwerben. Selbst wenn du also nicht zum Lowlands gehst, wird die Chance immer größer, dass du plötzlich mitten in einem Games-XL landest.

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